Cholesterin - der „böse Bube” im Blut?
An diesem Thema scheiden sich die Geister. Wir möchten Ihnen deshalb den Bericht von Frau Dr. med. Petra Bracht nicht vorenthalten, der uns kürzlich erreichte. Auch die neue Studie der Uni Heidelberg zu diesem Thema könnte Sie interessieren.
Für Sie zusammengefasst von Heilpraktiker Jürgen Reichold, Darmstadt, April 2010
Seit vielen Jahren gilt ein hoher Cholesterinspiegel im Blut als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Gefäßverkalkung und vorzeitigen Tod durch Befall der Herzkranzgefäße. Cholesterin ist aber auch ein wichtiger Zellbestandteil: Neunzig Prozent des körpereigenen Cholesterins befinden sich innerhalb der Zellen, wo es nicht nur keinen Schaden anrichtet, sondern gebraucht wird!
Cholesterin muss in jeder einzelnen unserer Körperzellen vorhanden sein! Befindet sich unser Körper in einer gesundheitlich kritischen Situation, wird die körpereigene Cholesterinsynthese angekurbelt. Cholesterin wird für den Bau von Zellwänden benötigt, ist maßgeblich an der Vitamin-D-Herstellung beteiligt, wird zum Herstellen der Gallensäure gebraucht, stellt für die Bildung von Geschlechtshormonen und dem körpereigenen Cortison wesentliche Ausgangsstoffe zur Verfügung und ist für das Immunsystem unersetzlich.
Ein niedriger Gesamtcholesterinwert (kleiner als 200mg/dl) im Blut ist deshalb keineswegs Garant für beste Gesundheit. Im Gegenteil: ein Mangel dieses Stoffes führt zu einem Mangel an wichtigen Vitaminen, und damit zu einer Schwächung unseres Immunsystems. Die Vorstufe mancher Vitamine wird aus Cholesterin gebildet, weshalb der Körper die Cholesterinproduktion in kritischen Zeiten hochfährt.
Selbst das Verhältnis von LDL- und HDL-Cholesterin ist nicht so ausschlaggebend, wie immer behauptet wird. Wir benötigen beide Formen.
LDL-Cholesterin ist ein Transporteiweiß, das die verschiedenen Fette zu den Zielzellen bringt. Es kann bis zu 3800 Fettsäuren transportieren, die dann an den unterschiedlichsten Zellen andocken, um dort ihre Arbeit zu verrichten. Gefährlich wird es, wenn das LDL-Cholesterin oxidiert. Mit diesem veränderten Cholesterin kann der Körper nichts mehr anfangen und er versucht es zu "entsorgen". Dabei entstehen sog. "Schaumzellen", die sich dann an den Gefäßwänden anlagern und entzündliche Vorgänge hervorrufen können. Die Gefahr der Oxydation wird durch bestimmte Risikofaktoren (Rauchen, Übergewicht, Stress, Bewegungsarmut) gefördert.
Um einen zu hohen Wert zu senken, ist die ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren notwendig. Gute Lieferanten sind fette Fische, wie Wildlachs, Hering, Thunfisch und Makrele. Auch kalt gepresste Pflanzenöle aus Leinsamen, Raps, Hanf, Weizenkeimen und Walnüssen enthalten hohe Mengen dieser mehrfach ungesättigten Fettsäure. Gehen sie großzügig damit um. Zum einen intensivieren Sie den Geschmack ihrer Speisen, da Fette immer auch als Geschmacksverstärker eingesetzt werden und zum anderen werden Sie es leichter haben, einige Kilos abzunehmen. Denn die richtigen Fette sind Voraussetzung um gesund abzunehmen.
Das HDL-Cholesterin hingegen arbeitet wie die Müllabfuhr. Es entfernt überflüssige Fette, löst abgelagerte sogar von den Gefäßwänden und bringt sie zur Ausscheidung.
Die Höhe des Cholesterinspiegels im Blut wird normalerweise darüber reguliert, dass die Zellen Cholesterin aus dem Blut aufnehmen. Trotz detaillierter Kenntnisse über den Cholesterinstoffwechsel sind die molekularen Abläufe dieser automatischen Regulation noch weitgehend unbekannt (Zitat Uni Heidelberg)
Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg und des Europäischen Molekularbiologischen Labors (EMBL) sind dem Verständnis der Regulation des Cholesterinspiegels einen großen Schritt näher gekommen. Sie identifizierten 20 neue Gene – zwölf davon waren bisher unbekannt – die an der Cholesterinaufnahme in die Zelle beteiligt sind.
Die Ergebnisse wurden im Juli 2009 in der renommierten Zeitschrift „Cell Metabolism” veröffentlicht.
Weitere Informationen: www.klinikum.uni-heidelberg.de/Humangenetik.106582.0.html
Unser Resümee: der Einsatz von chemischen Cholesterinsenkern, sog. „Statinen” sollte gut überlegt sein. Vieleicht sind andere Maßnahmen, wie Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsgewohnheiten sehr viel effektiver, gesünder und frei von Nebenwirkungen wie z.B. Muskelschmerzen.








